Fadenlauf


In der Gemäldereihe Fadenlauf verbinde, verwebe ich meine Acrylmalerei mit Schnittmusterbögen, mit deren Hilfe man normalerweise Stoffe für Kleider, Blusen etc. zuschneidet.

Ulrich Klieber beschreibt in seinem Buch »Die Linie«, 3. Aufl., Leipzig 2020 auf Seite 79 den Schnittmusterbogen als »technoid, rational, konstruktiv, unpersönlich. Arbeitsanleitungen, gleichzeitig von großem graphischem Reiz. Ein übereinandergelegtes Chaos der sich kreuzenden Linien. Dick, dünn, gestrichelt,
farbig. Die Linien folgen einem Plan. Sie sind Konstruktionszeichnungen und haben eine Funktion. Die Pläne können gelesen werden …«


Auf meinen Bildern ist das Wort Fadenlauf als Schriftzug immer lesbar – daher der Name der Reihe. Ich »verwebe« die ausgeschnittenen Teile von Schnittmusterbögen mit meiner Malerei so, dass eine völlig neue Bildaussage entsteht. Dabei übermale ich die Schnittmusterbogenteile zum Teil mit lasierenden Farben, so dass sie sich besser in das Gesamtbild einfügen.


Bei dem Gemälde »Rettung oder Untergang« von 2020 (erstes Bild) habe ich sogar noch ein Ölgemälde meines Mannes Hartmut Köhl in das Bildgewebe integriert. Liegt vielleicht in der Verbindung so vieler Gegensätze die Rettung vor dem Untergang? Habe ich das Bild meines Mannes vor dem Untergang gerettet?


Nachhaltigkeit ist durch die Verwendung bereits bemalter Leinwände ein weiterer Aspekt meiner Malerei.